Ein Relaunch beginnt nicht mit dem neuen Design, sondern mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Denn jede bestehende Seite hat Sichtwerte gesammelt: indexierte URLs, verlinkte Inhalte, Besuchergewohnheiten. Wer beim Umzug darauf nicht achtet, wirft vermeidbaren Erfolg weg — und wundert sich Wochen später über sinkende Anfragen.
1 · Inventur: Was hat die alte Website geleistet?
Bevor irgendetwas umgebaut wird, listen Sie alle vorhandenen URLs auf — mit ihren Zugriffen, Rankings und eingehenden Verweisen. Für kleine und mittlere Websites reicht dafür meist die Google Search Console. Die entscheidende Frage je Seite: behalten, umbenennen oder einstellen? Alte Seiten mit vielen Zugriffen sind Vermögenswerte, keine Kandidaten für stillen Tod.
2 · Weiterleitungen: Jede URL bekommt eine Antwort
Der häufigste Relaunch-Fehler: Seiten verschwinden unter neuer Adresse, ohne dass der alte Pfad dorthin weiterleitet. Besucher und Suchmaschinen landen dann auf einer Fehlerseite. Jede gelöschte oder umbenannte URL braucht eine 301-Weiterleitung auf die thematisch passende neue Seite — nicht pauschal auf die Startseite.
3 · Inhalte: Migrieren, nicht kürzen
Texte, die jahrelang Suchanfragen beantwortet haben, sind selten „alt“, sondern bewährt. Umbenennen von Seiten, Titel und Beschreibungen sollten Sie gezielt und dokumentiert tun — nicht en bloc. Neue Texte sind willkommen, aber als Ergänzung, nicht als blindes Wegwerfen des Bestands.
4 · Technik: Die kurze Checkliste vor dem Livegang
- Sitemap.xml aktualisiert und in der Search Console eingereicht
- robots.txt geprüft — keine versehentlich gesperrten Bereiche
- Alle Bilder mit sinnvollen Alt-Texten und komprimierten Dateigrößen
- Mobile Darstellung auf realen Geräten getestet
- Tracking (z. B. Analytics) und Consent-Banner wieder funktionsfähig
- Kontaktformular, Telefon-Links und E-Mail-Adressen getestet
- Interne Verlinkungen auf aktualisierte URLs geprüft
5 · Nachsorge: Die Wochen nach dem Livegang
Nach dem Start ist etwas Aufmerksamkeit normal: Schwankungen in den Suchergebnissen in den ersten Wochen sind kein Alarmsignal, sondern häufige Übergangserscheinung. Wichtig ist das Monitoring: Search Console beobachten, Fehlerseiten prüfen, Zugriffsverhalten vergleichen — und die Weiterleitungs-Tabelle bereithalten, falls noch alte Adressen auftauchen.
Fazit
Ein Relaunch ist die beste Gelegenheit, eine Website strukturell zu verbessern — wenn der Bestand respektiert wird. Wir planen Relaunches deshalb als eigenen Projektabschnitt mit Inventur, Weiterleitungskonzept und Nachsorge, statt Design einfach auszutauschen. Wer so vorgeht, verliert im Idealfall kaum Sichtbarkeit — und gewinnt Conversions.
VELARO MARKETING
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